Ich war dieses Jahr schon ein paar Mal unterwegs, um auf den Straßen Wiens zu fotografieren. Dabei sind mir ein paar Dinge an mir aufgefallen, mit denen ich aktuell zu kämpfen habe. Da es bis zum 29. März noch früher dunkel wird und ich die Fotografie bisher immer nach der Arbeit mit einem Spaziergang durch die Stadt verbunden habe, war die Zeit mit Tageslicht gering.
Damit wird das Fotografieren irgendwie zum Stress, da ich Nachtfotos nicht so besonders finde – zumindest wenn man nicht unbedingt auf den optimalen Moment warten möchte (im Sommer ist das angenehmer). Gebäude in der Stadt finde ich nachts teils sogar interessanter, da einige beleuchtet sind. Die Menschen hingegen erwischt man weniger gut; der Ausschuss aufgrund der längeren Belichtungszeit ist wesentlich höher.
Ein anderer Punkt ist mein Zögern; ich bin irgendwie noch nicht im „Flow“. Ich habe gute Szenen gesehen, sie aber nicht fotografiert. Das passiert, und darüber sollte man sich auch nicht ärgern – man sollte sich eher freuen, die Situation überhaupt wahrgenommen zu haben –, aber irgendwie finde ich es trotzdem ärgerlich. Zu guter Letzt ist mir noch aufgefallen, dass meine Aufnahmefähigkeit nicht mehr so groß ist, wenn ich zu müde bin (also gegen Ende der Arbeitswoche). Ich bin dann weniger bereit, auf den Auslöser zu drücken.
Eine Sache, die nichts mit mir zu tun hat, aber auch nicht unwesentlich für die Bilder ist, ist die Kleidung der Menschen. Im Winter besteht diese großteils aus Jacken, Mänteln sowie Winterschuhen. Die sehen in der Regel alle recht gleich aus, daher ist auch die Abwechslung bei den Personen geringer, was zu weniger interessanten Motiven führt.
Ich finde diese Selbstreflexion wichtig. Damit erkenne ich einerseits, dass es sich nicht unbedingt lohnt, loszuziehen, wenn ich schon müde bin, da die Motivation geringer ist und ich mehr zögere. Zum anderen muss ich daran arbeiten, die Kamera ohne nachzudenken (quasi als Reflex) zu nutzen, wenn sich eine Szene vor mir ereignet. Es gibt immer diese innere Hemmschwelle, die mal mehr und mal weniger präsent ist.
Noch am Rande: Ich habe festgestellt, dass meine Brennweiten für die Streetfotografie bei 23 mm bis 35 mm liegen (entspricht im Kleinbild-Vollformat ca. 35–50 mm). Dennoch ziehe ich auch mal mit einer anderen Brennweite los, vor allem, wenn ich einem bestimmten Thema nachgehen möchte.
Alle Fotos sind jpg mit meinen Filmsimulationen auf der Kamera (FujiFilm X-E5).




