Ich hatte lange Zeit das Fujifilm 27mm F2.8 und habe es kaum verwendet. Erst 2025 kam es auf der Fujifilm X-T2 bei der Streetphotography öfter zum Einsatz. Irgendwann wurde ja eine neue Version angekündigt mit einem Blendenring, und ich dachte mir: Wenn das kommt, kaufe ich mir die neue Version und verkaufe die alte Version. Dann kamen die ersten Reviews mit Tests, sowohl in der Praxis als auch im Studio, und damit auch die Ernüchterung: Die Bildqualität hat sich nicht verbessert. Es gibt eigentlich nur zwei Neuerungen. Einmal den Blendenring und zweitens besitzt die neue Version das WR (Weather Resistant) hinter dem Namen, was für draußen nicht uninteressant ist. Allerdings muss ich auch gestehen: Selbst wenn die Kamera es abkann, mache ich es trotzdem nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss. Die meisten teuren Smartphones kann ich auch mit in den Pool nehmen und theoretisch unter Wasser halten – ich tue es trotzdem nicht.
Als ich mir dieses Jahr (noch nicht so lange her) die Fujifilm X-E5 gekauft habe, mit dem 23mm F2.8 WR Objektiv, dachte ich mir allerdings schon, es wäre praktisch, das 27mm F2.8 WR mit dem Blendenring zu besitzen. Und als eine Aktion vor meiner Nase wedelte, konnte ich nicht widerstehen.
Ich möchte hier nur auf die kleinen, interessanten technischen Unterschiede eingehen. Das eine ist, wie schon erwähnt, der Blendenring, der für mich eigentlich der wichtigste Teil der neuen Version ist. Diesen kann man auch fixieren, aber wie üblich nur auf A (Automatik). Das andere ist die Wetterfestigkeit. Vom Gewicht gibt es kaum einen Unterschied – das neuere 27mm ist auf der Küchenwaage mit 99 Gramm um 7 Gramm schwerer als das alte. Von der Größe ist mir kein nennenswerter Unterschied aufgefallen (siehe Fotos).
Demnach könnte man meinen, die neue Version sei die bessere Version. Ich würde das aber so nicht unterschreiben, denn es gibt einen Nachteil, der vielleicht nicht für alle, aber für den einen oder anderen erwähnenswert ist – und das ist der Fokusring. Bei der neuen Version ist er ganz vorne, sehr schmal und auch strenger. Manuelles Fokussieren macht daher nicht so viel Spaß. Dieser ist bei der alten Version wesentlich breiter und auch angenehmer zu handhaben.
Wer also gerne lieber manuell fokussiert, sollte klar zur älteren Version greifen und in Kauf nehmen, dass die Blende auf der Kamera verstellt werden muss. Für mich war die neue Version für die X-E5 die bessere Wahl, weil mir der Blendenring wichtig ist und ich die X-E5 eher als Daily-Kamera sehe und daher mehr den AF nutze als MF. Ich habe mein altes 27mm übrigens bereits verkauft.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die Objektive sind nicht die schärfsten, nicht die schnellsten, aber sehr praktisch, weil sie wenig Platz einnehmen. In meiner Streetfotografie und bei Schnappschüssen verwende ich sie sehr gerne. Ergänzt wird das bei mir noch durch das 35mm F1.4 von Fuji (alte Version, übrigens mein ältestes Fuji-Objektiv), das hier noch gut dazu passt. Auf den anderen Kameras verwende ich natürlich die größeren Objektive, da die Kameras auch besser in der Hand liegen und die Objektive damit nicht so schwer wirken.



Ich habe zum Leica Look ein vermutlich besseres Rezept gefunden als das meine. Es hat einen wärmeren Look, aber wie auch das andere habe ich es noch nicht ausreichend getestet. Beim HP5-Film bin ich einen anderen Weg gegangen, der etwas weniger hart ist, ist aber auch noch nicht viel getestet. Daher sehe ich die beiden mal als Beta-Film-Rezepte.

HP5 Plus 400

Leica X
Das PDF-Dokument wurde um die beiden Filmrezepte erweitert und kann unter der folgenden URL angeschaut bzw. heruntergeladen werden: https://www.gweepography.com/files/recipe/fuji/myFujifilmFilmSims.pdf
Dieser Artikel richtet sich vorwiegend an Fotografen die Fuji X Kameras verwenden.
Ich habe bis zu diesem Sommer nur die Filmsimulationen von Fuji verwendet. Bevor ich die Fuji X-T2 verkauft habe, habe ich den Filmlook von Kodak Chrome begonnen zu verwenden bzw. in die Richtung anzupassen. Den Look vom HP5-Film habe ich von jemand anderen übernommen, leider weiß ich die Quelle nicht mehr.
Der Leica M10 Look ist noch sehr frisch, ich bin damit noch nicht ganz zufrieden und muss ihn noch unter verschiedenen Lichtverhältnissen testen. Ich würde es mal als Beta-Phase bezeichnen. So ist mir beim Foto für diesen Blogpost aufgefallen, dass beim Licht, bei meinem Arbeitsplatz und seinem kalten Licht, das Bild zu blautönig wird. Allerdings habe ich auch im Freien und unter anderen Lichtverhältnissen noch zu wenig getestet, die Richtung dürfte aber in etwa stimmen.

Kodak Chrome Look

HP5 Film Look

Leica M10 Look (Beta Phase)
Die Rezepte habe ich in einem PDF Dokument zusammengefasst, welches du dir unter folgender URL anschauen bzw. herunterladen kannst: https://www.gweepography.com/files/recipe/fuji/myFujifilmFilmSims.pdf
Ich werde die Filmrezepte, wenn für mich welche hinzukommen, weiter einpflegen und auch alte im Dokument bestehen lassen. So ist der HP5-Filmlook z. B. nicht so ganz mein Ding, ich verwende da am Ende dann doch immer mein Lightroom-Preset. Beim Kodak Chrome ist das verschieden, auch hier habe ich mir für Lightroom etwas zusammengebastelt.