Ich hatte von Sigma das 23, 35 und 56mm F1.4 und von Viltrox das 27, 56 und 75mm F1.2, und ich habe sie alle verkauft.
Die Sigma-Objektive habe ich verkauft, weil mir das, was am Ende rauskommt, nicht gefällt. Sigma hat eigene Farben, was an sich ja gut ist, nur gefällt mir deren Stil nicht; die Farben und Kontraste treffen einfach nicht meinen Geschmack (ist wie mit dem griechischen Essen, das mag ich wegen dem oft verwendeten Tymian auch nicht). Außerdem störte mich der fehlende Blendenring.
Die Viltrox-Objektive sind eine Alternative zu den Fujis, und zwar weil sie preislich günstiger sind. Am Ende finde ich die Bildqualität für den Preis ok, doch oben raus dann doch zu wenig. Außerdem ist die Baugröße sehr unhandlich. Als ich die Fuji X-E5 gekauft habe, hatte ich das 23mm F2.8 dabei, und das alte 27mm F2.8 ohne Blendenring hatte ich schon länger. Das 27mm F2.8 habe ich dann gegen die neuere Version mit Blendenring ersetzt (das 23mm F2.8 habe ich verkauft) und habe die Kamera mit dem Objektiv immer als „Immer-dabei-Kamera“ genutzt. Die Fuji X-E5 verwende ich auch meistens für den Einsatz auf der Straße, und ich wollte auch mal etwas mehr Weitwinkel oder mehr Tele. Deshalb habe ich mir die drei Fujis 23, 35 und 50mm F2 R WR besorgt. Dazu eine kleine Tasche von SmallRig, wo ich ein Objektiv auf der Kamera habe und zwei in der kleinen Tasche, die ich im normalen Rucksack verstaut habe. Wenn ich zur Arbeit gehe, nehme ich nicht meinen kleinen Fotorucksack mit, sondern meinen normalen Rucksack, der keine passenden Fächer für Fotoequipment hat. Zu den drei Objektiven hat sich noch das Voigtländer 35mm F1.2 MF-Objektiv dazugesellt, das verwende ich ebenfalls ab und an auf der Straße. Das 27mm F2.8 ist seitdem seltener im Einsatz und kommt nur noch mit, wenn ich nicht weiß, ob ich überhaupt etwas fotografiere. Damit ist die Kamera kleiner. Ich denke aber auch hier noch über eine MF (Manueller Fokus) Alternative nach.
Für alle anderen Einsatzzwecke und bei schlechten Lichtverhältnissen auf der Straße habe ich die anderen Fuji-Objektive. Bei den Zooms gibt es das Fuji 10-24mm F4 R OIS (alte Version) sowie das Fuji 16-55mm F2.8 R WR (ebenfalls die alte Version) und das Fuji 50-140mm F2.8 R OIS WR (neue Version) inkl. eines 1.4er-Telekonverters, den ich im Kit gekauft habe. An Festbrennweiten gibt es das 23mm F1.4 R WR, 35mm F1.4 R, 56mm F1.2 R WR und das 90mm F2 R WR. Ich habe noch ein paar Sonderlinge mit MF, wie ein Kamlan 50mm F1.1 (ist in S/W nett), zwei Zenit Helios 44-4 und 44-2 mit Adapter, ein TTArtisan 100mm F2.8 Macro (möchte ich auch irgendwann gegen das Fuji 80mm austauschen) und das TTArtisan Tilt APS-C 35mm F1.4. Abgesehen davon, dass jetzt alle meine Fuji-Objektive und auch die Nicht-Fuji-Objektive einen Blendenring haben, ist die Abbildungsleistung der Fuji-Objektive besser als die von Sigma oder Viltrox, und auch die Farbwiedergabe und Kontraste zeichnen sich besser ab. Die Viltrox sind gut, zum Rand hin lassen sie alle nach und die Vergütung vom Glas ist spürbar schlechter.
Dennoch muss man auch die Kirche im Dorf lassen: Es sind unerwartet gute Objektive, und wer nicht den Preis der Fujis bezahlen will, ist sowohl mit Sigma als auch Viltrox bestens bedient. Ich würde aber mehr zu Sigma tendieren, da sie handlicher sind als die Viltrox-Objektive. Außerdem ist der Bildlook von den Objektiven am Ende auch Geschmackssache.
Voigtländer kenne ich schon länger und wusste um deren manuelle Objektive. Ich fand sie jedoch immer zu teuer, da man für das gleiche Geld auch Objektive mit Autofokus bekommt.
Als ich zu FujiFilm gewechselt bin (2014 - X-T1), wurden mir die Haptik, die Einstellräder, der Blendenring und der Look immer wichtiger. Vor allem hat mich Fuji damals mit seiner Qualität überrascht – sowohl bei den Bildern als auch bei der Verarbeitung. Dank APS-C waren sowohl die Kamera als auch die Objektive kleiner.
Durch das Fokus-Peaking wurde auch das manuelle Fokussieren interessanter, ich habe es aber dennoch nur selten verwendet. Ich besitze zwar M-Objektive, aber diese sind wegen ihrer Brennweite weniger alltagstauglich. Die russischen Zenit-Objektive haben jeweils 56 mm, sind wegen des Crops dann bei ca. 85 mm, und das Kamlan 50 mm f1.1 liegt bei 75 mm. Ich mag diese Objektive vor allem bei Schwarz-Weiß-Fotos.
Vorgestern, als ich wieder einmal mit der Kamera durch die Stadt spaziert bin, dachte ich mir: Irgendwie könnte ich das Ganze noch einmal etwas entschleunigen – mit einem M-Objektiv. Mir kam dabei wieder Voigtländer in den Sinn, womit ich schon länger spekuliere, auch wenn ich mir an sich immer andere Objektive vorher zulegen wollte. Wie z. B. die erst kürzlich von Fuji gekauften 23/35/50mm-F2-Objektive, die super zur X-E5 passen.
Vorgestern habe ich mir dann ein Voigtländer Nokton 35mm f1.2 bestellt, das heute angekommen ist. Voigtländer war, wie ich erst seit gestern weiß, ursprünglich ein österreichisches Unternehmen, das 1756 in Wien gegründet wurde. Seit 1982 ist es eine Handelsmarke für Festbrennweiten, und seit 2001 befindet sich der Firmensitz in Bayern (Fürth). Auch wenn es heute kein österreichisches Unternehmen mehr ist und die Objektive in Japan produziert werden (was ich auch gut finde), finde ich es dennoch spannend, dass Voigtländer ursprünglich aus meinem Heimatland und meiner Heimatstadt stammt.
Ich habe das Objektiv übrigens bei Foto Schneider in Baden gekauft, wo es aktuell eine Sommeraktion gibt. Der Versand ging schnell, es gab keine Kontaktaufnahme oder Vorankündigung.
Wie toll das Objektiv nun im Alltag ist und wie ich mich damit auf der Straße tun werde, werde ich in einem anderen Beitrag berichten. Ich glaube, ich werde eine eigene Serie mit dem Voigtländer starten, ggf. ein eigenes Fotobuch, weil ich denke, dass die Bilder einfach anders werden – vor allem weicher – und somit nicht zu denen der Fuji-Objektive passen. Meine ersten Out-of-Cam-Aufnahmen sind unter dem Text zu finden.

Aufgenommen mit dem iPhon 17 Pro Max und der Leica App


Voigtlaender bei Blende f1.2 - softer, weniger Kontrast

Voigtländer bei f2.8 - schärfer, mehr Kontrast
