Ich finde das Interview mit Alf Poier sehr interessant welches der Express durchgeführt hat. Sein Bezug zur Kunst und Förderungen finde ich sehr interessant, weswegen dieser Link auf YouTube hier startet.
Die Kunst ist ein Produkt, das niemand zum Leben braucht. In unserer Gesellschaft und Kultur ist sie jedoch gern gesehen, erinnert uns an die Vergangenheit, reflektiert die Perspektive der Gegenwart oder einer möglichen Zukunft. Sie ist meist das kreative Ergebnis eines Künstlers, der seiner Betrachtungsweise und seinen Gefühlen in irgendeiner Form Ausdruck verleiht. Kunst hat als Produkt in erster Linie einen persönlichen Wert für den Künstler. Wenn der Künstler es schafft, mit seiner Ausdrucksweise und seinem Schaffen – in welcher Form auch immer – andere zu begeistern und diese dafür Geld ausgeben, dann kann er von seinem geschaffenen Produkt leben. Ab wann ein Produkt als Kunst betrachtet wird, obliegt eigentlich nicht dem Künstler selbst; das entscheiden andere. Soweit meine Betrachtungsweise.
Jemand, der zu Hause eine Idee hat, z. B. für ein neues Smartphone, das einen kleinen Beamer verbaut hat und damit Bilder auf eine Wand projizieren kann, anstatt das Smartphone für Fotos und Videos von einem zum anderen zu reichen, und der anschließend zu Hause einen Prototypen baut, muss andere davon überzeugen, dass sein Produkt einen Mehrwert für die Gesellschaft hat, und seine Idee verkaufen. Findet die Gesellschaft das Produkt gut, wird er es eine größere Stückzahl davon verkaufen und somit damit Geld verdienen.
Natürlich können beide ihre Ideen präsentieren und versuchen, jemanden zu finden, der als Sponsor auftritt und sie fördert. Wenn jemand davon überzeugt ist und ein Talent fördern möchte, dann steht es jedem frei, das zu tun. Aber es sollte keine staatliche Förderung geben, die aus dem „Topf der Gesellschaft“ genommen wird, obwohl man eigentlich selbst seinen Beitrag leisten kann.
Der „Topf der Gesellschaft“ ist dazu da, jene aufzufangen, die einfach nicht arbeiten können (Menschen mit Einschränkungen, nach Arbeitsunfällen etc.), sowie jene, die ihren Beitrag bereits geleistet haben, nun aber zu alt zum Arbeiten sind – sprich Pensionisten – und natürlich jene, die ihren Beitrag noch leisten werden, also Schüler und Studenten. Alle anderen müssen sich zunächst anstrengen und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten, denn anders funktioniert ein solches System nicht – weder in der Steinzeit noch in der Gegenwart oder Zukunft. Und ja, wer von außen in diese Gesellschaft gelangt, hat sich diesem System zu fügen. All das sollte durch die Politik vertreten und umgesetzt werden. Der Bürger stützt dieses System mit seinem Verhalten sowie mit Ethik und Moral.
Heute bedienen sich mehr Menschen an diesem „Topf“, als ihn befüllen. Geschuldet ist das dem Egoismus der Gesellschaft – jeder ist sich selbst der Nächste. Die Aufgabe der Kunst wäre es eigentlich, dieses Problem aufzugreifen und dem Rest der Gesellschaft vor Augen zu führen, anstatt sich selbst als Teil dieses Problems zu präsentieren.
Ich würde mich jetzt gerne selbst als Beispiel heranziehen, bin aber kein Künstler: Ich gehe einem regulären Job in der IT nach. In meiner Freizeit, wenn mir die Zeit bleibt, befasse ich mich mit Fotografie und Bildbearbeitung. Ich erstelle Bilder aus meiner Perspektive und Wahrnehmung, schaffe jedoch nur selten etwas wirklich Neues. Ich selbst würde mich daher nicht als Künstler bezeichnen und wurde bisher auch nicht von nennenswerten Stellen als solcher bezeichnet.