Kein Fotobuch sondern ein Zine

Der Begriff Zine (ausgesprochen wie das englische zeen) leitet sich als Kurzform von Magazine bzw. Fanzine ab. So bezeichnete man früher kleine, unabhängig im Eigenverlag produzierte Hefte. 

Ich bin auf YouTube über solche Zines gestoßen (HIER z. B.), wo Fotografen oder Reisende ihre Fotos zu Hause am Tintenstrahldrucker in Form eines Magazins ausdrucken. Da ich keinen Tintenstrahldrucker besitze (nur einen LED-Laserdrucker), habe ich nach einer alternativen Lösung gesucht und bin bei Happy Foto auf ein Fotoheft im A5-Format gestoßen. Ich habe mir erst ein Fotoheft als Test erstellt und entwickeln lassen und bei der letzten Aktion dann die vier Street-Zine-Ausgaben erstellt. Ich will das natürlich nicht nur mit Street-Fotos machen, sondern auch mit Bildern aus der Familie oder Fotoprojekten. Mein Plan ist auch, dass ich für die Street Zines die Fotos über einen längeren Zeitraum auswähle, die dann in ein richtiges Fotobuch kommen.

Aktuell bin ich bei den Street Zines mit den Fotos von 2025 fertig, das heißt, die Bilder aus 2026 fehlen noch bzw. sind auch zu einem Teil noch gar nicht gesichtet oder bearbeitet. Ich lasse mir damit mittlerweile Zeit, z. B. habe ich die Bilder aus Venedig vom Juli noch gar nicht angeschaut. Ich weiß, es sind nicht viele Bilder die ich nutzen kann, weil es so schwer war Fotos zu machen, wo nicht viele Menschen zu sehen waren. Eigentlich fast unmöglich. Jenseits der Touristenspots waren dann teils gar keine Menschen zu sehen, aber jede Menge modrig riechende Gebäude. Aber es passiert mir auch in Wien immer wieder, dass ich durch die Stadt gehe und einfach nichts finde, wo ich das Gefühl habe, dass ich dafür jetzt die Kamera anheben sollte.

Auf alle Fälle ist das nun meine „neue“ Art, mit Bildern umzugehen. Anstatt sie auf einem Display zu zeigen oder einfach nur auf den Datenträgern vergammeln zu lassen, erstelle ich so Zines, die ich dann bei Happy Foto ausdrucken lasse und zu Hause auf den Tisch lege oder zu einem Treffen mitnehme. Auf dem Smartphone und Tablet wird nur weitergewischt, bei solchen Heften verweilen die Betrachter in der Regel doch etwas länger bei den Fotos und man kann über die Bilder reden, ggf. die Situation erzählen, und oft kommt man dann von dem Ort auf dem Bild zu einem anderen und zu weiteren Geschichten. Es soll ja nicht nur die Bilder zeigen, sondern auch zur Kommunikation anregen. Am besten bei Kaffee und Kuchen an einem entspannten Nachmittag ... ihr wisst hoffentlich, worauf ich hinaus will. Das Zauberwort in der heutigen Zeit heißt: Entschleunigung.

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